Kinder zeigen mir ihr Dorf bei Orcha

10 Feb

Nachdem ich eine Woche lang in und vor allem um Bhopoal war, bin ich nun in dem kleinen Örtchen Orcha. Es sind recht viele Backpacker hier und ein Ehepaar aus Frankreich (meine Zimmernachbarn) bereits eine Woche lang. Fuer indische Verhältnisse gibt es eigentlich wenig zu sehen. Ein heiliger Fluss, Ghats, Tempel und viele kleine Shops. Hier ist es sehr entspannt und man bleibt gerne etwas länger hier.
Meine Reiseplanungen waren etwas ungeschickt und ich werde es nicht mehr nach Khajuraho und Varanasi schaffen. Das wäre zu stressig. Deswegen bewege ich mich in den kommenden Tagen wieder in Richtung Delhi. Dort Fliege ich dann wieder nach Berlin zurück.

Das Video zeigt meinen kleinen Ausflug von gestern.

Untitled from Andreas Merkert on Vimeo.

Viele Badegaeste bei Shiva

29 Jan

Von Mumbai aus weiß ich nicht recht wohin es weitergehen soll. Die umliegenden Ziele kenne ich bereits und deswegen habe ich einen Flug von Mumbai nach Indore genommen. (So 23.1.) Dort bin ich dann mit dem Bus direkt nach Maheswar gefahren. Die Busse in Indien sind eigentlich immer mit einem der Hindu-Götter geschmückt, Blütengirlanden schmücken den Fahrerbereich und Abbildungen weiterer Götter kleben an der Wand.

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Maheswar liegt am Fluss Narmada und ist Anziehungspunkt für viele Inder bzw. Hindus die sich im Fluss reinwaschen. Vergangene Nacht war Neumond, was ein besonderer Anlass für viele Inder ist, sich in einem heiligen Fluss zu baden. Es ist eine sehr kleine Stadt und der Uferbereich liegt direkt an einem alten Tempel.

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Mit dem Bus geht es am Montag 25.1. nach Mandu. Dies war einmal Regierungshauptsitz in der Region ist heute ein Dorf mit zahlreichen Sehenwürdigkeiten und archeologischen Funden. Einige der alten Paläste sind außerhalb zu finden. Touristen leihen sich Fahrräder aus erkunden die Umgebung. Die dortigen Bewohner sind Touristen gewohnt und die Kinder begrüßen einen mit den Rufen “Bye bye, Photo!”.

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Von Mandu aus will ich mit einer Busverbindung nach Omkareshwar kommen. Auf rund 7 Stunden und 100 Rupien schätze ich die Reisedauer und Kosten. Mein Zimmer in Mandu hat mich 1000 Rupien gekostet. (64 Rupien = 1 Euro) Ich lasse mich von einem Taxifahrer bequatschen und lasse mich für 600 Rupien die hälfte der Reiseroute fahren. Von dort geht es dann für 60 Rupien weiter. Ich habe also für die erste Streckenhälfte das zehnfache bezahlt als für die zweite. Auch dass Zimmer das ich mir in Omkareshwar nehme kostet nicht 1000 sondern lediglich 150 Rupien. Aber es ist auch ein sehr sehr einfaches Zimmer. Für zwei Nächte geht das allemal. Das Hotell generell ist ein guter Platz um sich wohlzufühlen. Im Zimmer werde ich nur schlafen. Warum viel Geld dafür ausgeben?

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Aber ich bin ja wegen der Stadt hier. Hier begegne ich wieder dem Fluss Narmada. Der Stadt liegt auf beiden Seiten des Flusses. Diese Stadt ist ein Pilgerort für Hindus und in diesen Tagen ist ein Flussfest weswegen es voll wird. Wer die letzten Einträge verfolgt hat bekommt den Eindruck das Hindus ständig pilgern und feiern. Das ist vollkommen richtig. In der Stadt ertönen in mießer Tonqualität aus Lautsprechern Mandras die Sadhus gerade ins Mikrofon singen. Dazu ertönt ab und zu eine Sirene, die Gottseidank nicht das Brechen des Staudamms berichtet. Es wird gelegntlich getrommelt oder Glocken und Musik ertönt. Alles laut, abwechselnd oder überlagernd. Selten ist es leise. In der Nacht lediglich ein paar Stunden. Inder können trotz Lautstärke gut schlafen, was man in Hotels oft merkt. Dem Inder ist unser Ruhebedürfnis völlig unverständlich. Ohrenstöpsel sind also unabdinglich auf dieser Reise.

Wie schon in Maheswar wird auch hier gebadet im Fluss. Nachts werden in Schälchen Lichter entzündet und dann lässt man die im Fluss schwimmen.

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Ich bleibe hier noch eine Weile um meine nächsten Reiseschritte zu organisieren.

Mumbai

21 Jan

Die Ärztin trägt einen violett-grünen Sari, nickt verständnissvoll und hört zu was Pastor Minash zu berichten hat. Ihr Gesicht ist ernst und so auch das Thema ihres Gesprächs. Da Sie eine Mischung aus Marathi und Englisch sprechen, erfahre ich erst im Nachhinein um was es geht. Die Mieten steigen rapide an in Mumbai und gerade in dem Gebiet des Waisenhauses, das Pastor Minash betreibt, gibt es Pläne einen Flughafen zu bauen, was die Lage nochmals verschlimmert. Ein Hauskauf scheint eine mögliche Option und könnte die monatlichen Mietzahlungen stoppen. Finanziell gesehen, scheint es auch einen sinnvolle Investition zu sein. Jedoch ist ein Hauskauf schwer zu finanzieren. Nachdem Minash der Ärztin die Überlegungen erzählt hat, sagt Sie einige zustimmende Worte.

Mit an diesem Gespräch ist auch Ben beteiligt, mit dem ich vor drei Jahren für eine Woche lang Indien bereiste. Pastor Minash, die Ärtzin und Ben engagieren sich für das Waisenhaus und besprechen einige Dinge in der Praxis der Ärztin. Zwei Artzhelferinnen und ich wohnen dem Gespräch bei. Auf geschätzen zehn Quadratmeter spielt sich der gesamte Praxisbetrieb ab. Als wir den Raum zuvor zu dritt betreten hatten, sitzt ein Kind auf dem Schoß seiner Mutter und hat eine Inhalationsmaske auf. Die Ärztin sitzt hinter ihrem einfachen, alten Schreibtich auf dem sich Stapel aus Unterlagen befinden und erklärt gerade einer Patientin einige Dinge. Die Ärztin begrüßt uns kurz und empfängt in unserem Beisein schnell noch eine weitere schwangere Patientin. Dann erst beginnt das Gespräch wie beschrieben.

Anschließend waren wir noch für ne halbe Stunde im Waisenhaus. Pastor Minash erzählte mir denn Beginn und die Entwicklung dieses Projekts. Um uns herum im Raum rund 30 Mädchen und Jungen. Diese waren erfreut über unseren Besuch und spielten mit uns diese Reaktions-Spielchen bei denen man die Hand des Gegenübers klatschen muss bzw. die Hand rechzeitig wegziehen muss um nicht getroffen zu werden.

Augenblicklich sitze ich ich auf dem Bett. Ben schläft bereits neben mir im Bett. Er ist zu Gast bei Pastor Minash und seiner Familie und auch ich wurde eingeladen hier zu übernachten. Ben und ich schlafen in einem bequemen Bett, während die fünfköpfige Familie sich einen Raum mit Schlafsofa und improvisierter Hängematte teilt.

Der Computer neben steht mir zur Verfügung und ich kann nun das online stellen, was ich am 19. Januar erlebt habe.

Champaner from Andreas Merkert on Vimeo.

A Journey to Vadodara

18 Jan

Heute morgen habe ich beschlossen, mir einen ruhigen Tag zu machen. Bis in die Nacht habe ich an einem kurzem Video geschnitten und herumgebastelt. Das Hochladen hat Stunden gedauert, die ich in der Hotellobby verbracht habe. Zwar war das etwas nervig, aber ich habe die Zeit genutzt um meine kommende Woche zu Planen. Morgen mache ich eine Tagestour die – so hoffe ich es – Kultur, Religion und Wandern miteinander verbindet. Am morgigen Abend steige ich in den Nachtbus, der mich bis zum Morgen nach Mumbai bringt.

Hier nun erstmal das Video meines gestrigen Tages.

Untitled from Andreas Merkert on Vimeo.

Tempel mit Freizeitpark

16 Jan

(15.01.12)

Als ich endlich die Stelle gefunden habe, wo der Bus in Richtung Gandhinagar abfährt, habe ich von einem indischen Paar erfahren, dass seit einer halben Stunde kein Bus kam. Wie ich, wollte auch das Paar den Akshardam Tempel besuchen der 20 km nördlich liegt. Nach einer weiteren Wartezeit haben die sich dann eine Motorriksha genommen und mich eingeladen, die Rikshaw mit ihnen zu teilen. Gerne nahm ich das Angebot an und stieg zu dem Paar auf die Rückbank.

Am Tempel zahlte ich meinen Anteil von 70 Rupien (1 Euro) und verabschiedete mich von dem Paar. Der Einlass zum Tempel war kostenfrei, jedoch musste man jegliches Gepäck wie Kamera, Handy, Essen, Trinken abgeben, bevor man das Gelände betritt. Es war Sonntag und somit war es recht voll. Der Museumsbesuch innerhalb der indischen Massen war ein Erlebnis. Der Andrang war sehr groß, weswegen man erstmal rund ne Dreiviertelstunden anstehen musste. Dafür wurden die Schlange durch ein Geländer geführt, um Ordnung zu schaffen. Immer wieder wird man angesprochen und muss immer wieder die gleichen Dinge erzählen. Woher man kommt, wie man heißt, ob man Indien mag, … .  Manchmal nervt dass, aber man ist gut damit beraten stets freudlich zu bleiben. Und nicht selten sind diese kurzen Gepräche recht nett und ich nutze Sie um an Information zu kommen, wann und wo z.B. die Busse abfahren.

Durch die Ausstellung wurde man manchmal quasi hindurchgedrängt angesichts der Massen. Enger Körperkontakt ist in Indien in solchen Situationen üblich. Lustigerweise gibt es auf dem weitläufigen Gelände auch einen kleinen Freitzeitpark mit Attraktionen wie Wasserrutsche, Auto Scooter, Riesenschauken mit Überschlag und anderen Fahrgeschäften. Ich liebe Auto Scooter und konnte ich nicht widerstehen damit zu fahren. Dreimal. Dann aß ich noch einen kleinen Snack Dahi Puri. Eine Schale aus fritiertem Teig aus Weizenmehl und in der Form einen Hühnereis wird an einer Seite aufgebrochen und mit einer Füllung (manchmal recht flüsssig) versehen.

 Für die Heimfahrt will ich den Bus nehmen. Jedoch habe ich zuvor erfahren, dass man evt. recht lange (über ne Stunde) darauf waren muss. Auf der Straße angekommen, frage ich mich wiedereinmal durch und gerate an eine Familie die ebenfalls den Bus nach Ahemdabad sucht. Glücklicherweise entwickelt sich ein angeregtes, lustiges Gespräch und nach einer Weile besteigen Sie, einige Meter entfernt, eine Rikshaw. Schade, denke ich schon als mich der Vater herüberwinkt und mir anbietet mitzufahren. Zu neunt auf einer Rikshaw fahren wir los. Auf dem Fahrersitz sitze ich zusammen mit dem Fahrer und dem Familienvater und hoffe innerhalb der nächsten Dreiviertelstunde Fahrt nicht herunterzufallen. Ich wundere mich etwas über die Route aber vertraue darauf, an meinem Ziel anzukommen. Nach rund 10 Minuten steigen wir aus. Wir sind zu einem Busbahnhof gefahren, an dem häufiger Busse abfahren. Da die Familie einen anderen Stadtteil ansteuert als ich, verlassen Sie mich. Geduldig warte ich auf meinen Bus. Als er da ist, stürtze ich mich in das Gedränge an der Tür und ergattere mir sogar einen Sitzplatz. Wiedermal wird bestens für mich gesorgt und Nach einer knappen Stunde werde ich an einer Haltestelle nahe meines Wunschziels aufgefordert auszusteigen. Die letzten Meter laufe ich zum Hotel. Familie liegt aufgereiht in Decken auf dem Bügersteig und schlafen. Nur der Vater schaut noch Fernsehen, indem er einen tragbaren kleinen Flachbildschirm-Fernseher in den Händen hielt, während er bereits lag. Die Straßen sind belebt und Einige zünden kleiner Feuer an um sich daran zu wärmen.

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An einer Strasse schlaegt eine Frau mit ihren Kindern ein Nachtlager auf. Das Maedchen waermt sich am Feuer. Nach einige Momenten frage ich nach einem Foto und begeistert posieren die Kinder vor der Kamera.

 

Auf dem Weg von Delhi nach Ahemdabad

16 Jan

(13.01.12)

Um 12 Uhr muss ich auschecken und bis dahin verstaue ich alle Sachen gut im Rucksack und bereite mich auf die mind. 16 Stunden Zugfahrt vor. Abfahrt des Zuges ist 15:40 Uhr und geplante Ankunft in Ahemdabad ist 7:40 Uhr. Der Zug geht also über Nacht und ich reise (wie meistens) in der SleeperClass. In den Wagons dieser Klasse gibt es einfache, gepolsterte, mit blauem PVC überzogene Britschen (berth). Drei oder zwei Britschen sind übereinander angeordnet auf denen in der Nacht geschlafen wird. Um nicht auf dem blanken PVC zu schlafen, ist es üblich sich ein Tuch unterzulegen. Alles ist offen und an Privatsphäre ist nicht zu denken. Am Tage wird auf den Britschen gesessen, bis sie am Abend irgendwann zum Liegen umgebaut werden. Ich habe immer Hemungen dort meine große Kamera auszupacken und Bilder zu machen.

Ich komme sicherheitshalber deutlich zu früh am Bahnhof in OldDelhi an und verbringe dann noch lieber etwas Zeit in einem Park. Leider war der verschlossen und ich irrte – mit großem Gepäck – ein wenig umherr und kam in ein Gebiet aus engen Gassen in denen offensichtlich mit Stoff und Textilien im großen Stil gehandelt wurde. Große Packete wurden umhergetragen oder auf Wagen geschoben. Menschen mit – ich vermute – Lieferscheinen liefen umher. Ich wollte mir ein Stück Stoff besorgen und mir das über meine Kameratasche nähen lassen, sodass diese nicht sofort als Kameratasche auffällt, wenn ich diese am Gürtel trage. Mit meinem bescheidenen Wunsch war ich hier im Handelsviertel wohl an der falschen Stelle. In einem Gespräch mit einem Händler äußerte ich meinen Wunsch nur ein kleines Rechteck Stoff haben zu wollen. Ich zeigte ihm die Größe. Er zeigte mir Stoffmuster und pries die Qualität an. Ich entschied mich für eine Farbe und hoffte an ein Stück Stoff zu kommen. Er fragte mich wieviele ich denn davon bräuchte. “Just one!” antwortete ich und ihm wurde klar, dass mit mir keine großen Geschäfte zu machen sind. Wie beide lachten und letzendlch schenkte er mir ein Stück Stoff. Ein kleiner Junge der zum Laden gehörte führte mich dann noch zu einem Näher. Für ihn selber sowie die umstehenden Leute war es anscheinend ein großer Spaß den Touri zu beobachten mit seinem sonderbaren Wunsch.

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Hier lasse ich meine kleine Naeharbeit durchfuehren.

 

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Dieser Herr produziert und verkauft Paneer auf dem Markt. Da ich ein Viertel um die Welt geflogen bin ist das Bild gedreht.

Aber nun konnte ich die Tasche unter dem Tuch etwas verstecken und musste nicht ständig die Kamera hinten aus dem Rucksack holen. Kurz zuvor war das ziemlich nervig als ich einen Verkäufer von Paneer (dem indischen Käse) fotografiert habe.

Eigentlich wollte ich ja nur zum Zug. Aber der Ausflug in das Handelsviertel war erlebnisreich. Im Zug saß ich bei zwei weiteren Bagpackern sowie netten indischen Menschen. Es wurde sehr viel gesprochen und man kam schnell in Kontakt mit indischen Reisenden und Familien. Als ich mich schlafen legte frage mich doch ein Inder. “Would you share the berth with me?” Ich war irritiert von der Frage, ob ich meine Britsche mit ihm teile. So engen Kontakt wollte ich nun auch nicht haben. Aber er klärte auf, dass er nur am Fußende sitzen wollte. Da konnte er gerne tun.

Dummerweise hatte ich mit mit der Kälte verschätzt und frohr gewaltig, sodass ich in den frühen Morgenstunden nicht schlafen konnte. Bei Sonnenaufgang kamen wir in Ahemdabad an.

Ein paar Stunden später musste ich dann leider feststellen, dass ich das Drachenfest leider um einen Tag verpasst habe. Dennoch waren vielerorts viele Drachen am Himmel zu sehen.

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Delhi

12 Jan

In den Gassen um den MainBazaar ist es sehr lebhaft. In diesem verwinkelten Netz vermischen sich Wohnraum, günstige Hostels für Backpacker, kleine Läden und Straßenstände für allerlei Essen. Die Gassen sind zum Teil nur nen guten Meter breit, und es drängen sich Menschen – manchmal auch schwer beladen – hindurch. Mitunter hupt ein Rollerfahrer und macht seinen Anspruch deutlich, nun durchgelassen werden zu müssen. Schaut man nach oben, sieht man einen hängenden Kabelsalat an Drähten der die einzelnen Häuser mit Strom und evt. Internet versorgt.

Heute ging es zu Humayun´s Tomb. Aus rotem Sandstein und Mamor hat ein Mogul eine Grabstätte errichten lassen. Es kommt an die das prachtvolle TajMahal bei weitem nicht ran, dennoch erinnert es ein wenig daran.

Um von dort aus nach OldDelhi zu gelangen wollte ich mal versuchen einen Bus zu nehmen. Auf dem Stadtplan war zumindest eine große Straße eingezeichnet auf der vermutlich auch Busse fahren. Aber zunächst musste ich erstmal ein gutes Stück dorthin laufen. Ich verlasse also den schönen Ort und biege am ersten Kreisverkehr ab. Auf dem Bürgersteig liegen zwei Menschen. Einer ist völlig bedeckt mit Tüchern. Seine Schuhe stehen ordentlich neben ihm. Der Zweite hat lediglich eine Lage Zeitungspapier unter sich. Dicht an seinem Kopf knattert der Verkehr vorbei. Ein paar Meter weiter ist neben der Straße ein kleiner Slum. Wäsche hängt zum Trocknen auf Leinen, der Boden ist mit Geröll und Müll bedeckt. Ein Kind sieht mich, schreit „Hello“ und klettert halb auf einen ausgebrannten Fernseher. Nebenan sind riesige Müllsäcke deponiert. Einige sortieren dort  Müll. Ich sehe das alles vom Bürgersteig aus, auf dem immer wieder Kinder in Schuluniform laufen. Als ich weiter laufe entdecke ich die Delhi Public School. Die Schule scheint gerade aus zu sein. Schüler strömen aus dem Tor und laufen zum Eisverkäufer. Ich bahne mir meinen Weg zwischen den Kindern und parkenden Fahrzeugen vorbei.

An einer Haltestelle erfrage ich welche Busse nach OldDelhi fahren und konnte nach kurzem Warten einen besteigen. Wie oft war der Bus überfüllt. Im Türbereich fand ich noch Platz zum Stehen und als ich bei den folgenden Stationen immer den Aussteigenden im Weg war, kämpfte ich mich in Stück ins Businnere. Enger Körperkontakt ist nicht zu vermeiden und anscheindend auch völlig üblich – in einer solchen Situation. Ruhig und gelassen pressen sich Menschen Richtung Tür wenn Sie bald aussteigen wollen. (In der Öffentlichkeit ist Körperkontakt wie Händchenhalten zwischen Mann und Frau übrigens nicht geduldet.)

Ich habe mein Ziel erreicht und besuche noch eine Sikh-Tempel. Ein netter junger Mann führte uns herum und erklärte uns was wir sahen.

Nach so vielen Erlebnissen habe ich mir dann einen kleinen Snack gegönnt. Streetfood war angesagt. Aber dazu vielleicht ein anders Mal mehr.

One day in Delhi from Andreas Merkert on Vimeo.